Der Salzburger Dom ist als einer der Nachfolgebauten der Kirche des Bischof Virgil die älteste nachweisbare Bischofskirche auf österreichischem Boden.

Dieser erste Dom Salzburgs wurde vermutlich über der „formosa ecclesia“ des Bischof Rupert erbaut. Sie wurde jedoch immer noch nicht nachgewiesen. Virgils Kirchenbau, mit 66 Metern Länge und 33 Metern Breite einer der drei größten seiner Zeit, war dreischiffig mit einer kleeblattförmigen Apsis. Dem Gebäude vorgelagert befand sich ein Paradies oder Narthex mit einem Baptisterium. Der Virgildom war die erste Basilika im ostfränkischen Reich.

Am 24./25. September 774 wurde der Dom eingeweiht. Anlässlich dessen wurden die Gebeine von Bischof Rupert von Worms nach Salzburg überführt. Damit setzte die Verehrung des Gründers der Salzburger Mission ein. Ein Verfahren zur Heiligsprechung wurde jedoch nie abgeschlossen. Bezeichnenderweise fanden weitere Domweihen ausschließlich am 24./25. September statt. Und auch der Kult um den Gründerheiligen Salzburgs dauert bis heute an und wird um den 24. September jedes Jahr mit einem großen Kirchen- und Volksfest gefeiert.

Bereits 845 brannte der Dom nach einem Blitzschlag ab und wurde unter Erzbischof Liupram wieder aufgebaut.

Um 1000 wurde das Langhaus Richtung Westen verlängert und die Ostpartie sowie die Chorkrypta vergrößert. 1121 erfuhr der Dom unter Bauherrn Erzbischof Hartwig abermals einen großen Aus- und Umbau und bekam ein Westwerk mit zwei mächtigen Türmen.

1127 kam es bei einem Glockenguss vor dem Dom zu einem verheerenden Feuer. Dom und Stadt wurden arg in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Wiederaufbau wurde das Gebäude mit künstlerischen Glasfenstern ausgestattet.

Nachdem Kaiser Friedrich I. Barbarossa über Salzburg die Reichsacht verhangen hatte – Erzbischof Konrad II. von Babenberg schlug sich im Streit um den rechtmäßigen Papst auf die Seite Roms – fielen Dom und Stadt abermals einem Brand zum Opfer. Diesmal wurde aber ordentlich gezündelt: die Grafen von Plain nützten angeblich die politische Lage, um die Stadt zu plündern.

Erst zehn Jahre später ging man unter Erzbischof Konrad III. von Wittelsbach an den Wiederaufbau der Stadt. Im Zuge dessen entstand der legendäre Konradinische Dom, ein romanisches Münster der Extraklasse: die größte Basilika nördlich der Alpen.

Das Gebäude hatte unter Beibehaltung der Westtürme eine Gesamtlänge von 122 Metern, eine Langhausbreite von 48 Metern und eine Querhauslänge von 57,5 Metern. Das ergibt eine sagenhafte Gesamtfläche von über 5.200 m2. Es gab einen reich gegliederten Ostteil mit Querschiff, Vierungsturm und Querschifftürmen, darunter eine dreischiffige Krypta. Am Langhaus schloss sich im Norden eine Kapellenreihe und im Süden ein Kreuzgangflügel an. Daher wurde der Dom fälschlicherweise immer wieder als fünfschiffig ausgewiesen.

Auch wenn in den kommenden 400 Jahren die Stadt und ihre Hauptkirche immer wieder Feuersbrünsten ausgesetzt war, konnte der Konradinische Dom erhalten werden – bis zur Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 1598.

Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau war gerade elf Jahre an der Macht, als der Dom abermals brannte, wobei der Dachstuhl vernichtet wurde. Daraufhin setzte ein mehrwöchiger Dauerregen mit anschließenden Schneefällen ein. Die Gewölbe hielten der Belastung nicht stand und stürzten nach und nach ein. Der entstandene Schaden war irreparabel.

Wolf Dietrich musste einen Neubau des Domes angehen. Zu diesem Zweck stellte er nach einigem Hin und Her einen der führenden Architekten Norditaliens in seine Dienste: Vincenzo Scamozzi. Das Planungsergebnis des Palladio-Schülers sah ein wahrhaft gigantisches Projekt von 139 Metern Länge vor. Alleine die Durchführung scheiterte an den Ausmaßen. Der Plan wurde verkleinert und 1611 konnte der Grundstein gelegt werden. Im selben Jahr noch wurde aber die Ausführung durch den Konflikt des Erzbischofs mit Bayern und dessen Gefangennahme gestoppt.

Wolf Dietrichs Neffe und Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems bescherte dafür der Stadt den ersten frühbarocken Bau nördlich der Alpen. Er engagierte den aus der Gegend des Comosee stammenden Santino Solari. Dieser sollte für die kommenden Jahrzehnte einer der wichtigsten Gestalter Salzburgs werden.

Solari orientierte sich zwar an den vorangegangenen Plänen, schuf aber dennoch ein komplett neues Projekt. Unter Markus Sittikus’ Nachfolger Paris Graf von Lodron konnte der Dombau am 25. September 1628 eingeweiht werden. Es war dies eines der größten Feste, das Salzburg je feierte und das in der so bitteren Zeit des 30jährigen Krieges.

Die Vollendung des Domes erfolgte unter Erzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein. Er beauftragte dazu den Architekten Giovanni Antonio Dario. Es wurden die Fassade und die Turmaufsätze fertig gestellt sowie die Gestaltung des Domplatzes vorgenommen.

Bereits 1663 wurde die barocke Kirche schwer beschädigt, als ein Orkan über Salzburg brauste – das Kupferdach wurde weggerissen.

1859 kam es zu einem letzten großen Brand im Dom. Er entstand bei Renovierungsarbeiten im Dachstuhl. Dieser Brand überzeugte die Stadtväter übrigens, dass Salzburg dringend eine Feuerwehr benötige, die endlich im Jahre 1863 ins Leben gerufen wurde.

Der letzte Schicksalsschlag, den unser Dom erleiden musste, geschah am 16. Oktober 1944. Beim ersten Bombenangriff auf Salzburg traf eine der 534 abgeworfenen Bomben die Kuppel des Domes. Bis 1959 dauerte die Wiederherstellung, die mit einem großen Fest und der Aufsetzung des Kuppelkreuzes gefeiert wurde.