Es ist auf eine Schenkung Bayernherzogs Theodo zurückzuführen, dass sich Ende des 7. Jahrhunderts der aus Worms stammende Bischof Hrodperht (Rupert) in Iuvavum niederließ. Er entstammte einer fränkischen Adelssippe und war wohl zum Zeitpunkt seiner Abreise in der Heimat nicht unbedingt gern gesehen. So verschlug es ihn an den bayerischen Herzogshof, wo er sich äußerst beliebt machte und einen Missionsauftrag erhielt. Teil der Schenkung Theodos war ein Großteil der Salzpfannen von Reichenhall, was dem Kirchenmann rein wirtschaftlich gesehen die Mission ungemein erleichterte. Er erneuerte eine ortsansässige Mönchsgemeinde (heute Erzabtei St. Peter), baute eine ansehnliche Kirche und gründete 714 für den Bayernherzog das adelige Frauenstift Nonnberg, in welchem er seine Nichte Erintrudis als erste Äbtissin einsetzte. Es diente dem Herzog als „Hauskloster“ zum Schutz der weiblichen Familienmitglieder vor Erbschleichern und Mitgiftjägern.

739 bekam der Heilige Bonifatius vom Papst den Auftrag, in Salzburg ein Bistum einzurichten. In dessen Lebensbeschreibung aus dem Jahre 755 taucht erstmals der Name „Salzpurch“ auf – bei dem florierenden Salzhandel kein Wunder. Deswegen und aufgrund der erfolgreichen Mission Richtung Süden und Osten gewann Salzburg oder besser gesagt der Bischof und sein Gefolge immer mehr Einfluss innerhalb des bayerischen Machtbereichs.

Katalysator für die aufstrebende Entwicklung war der irische Abt und spätere Bischof Virgil. Er war ein Freund der Künste und Wissenschaften. Buchmaler und Goldschmiede hatten Hochsaison. In seinen Ansichten war Virgil hochmodern, denn er behauptete glatt, dass sich auf der unteren Seite der Erdenscheibe ebenfalls Menschen befinden – kopfüber.

Virgil errichtete einen für seine Zeit riesigen Dombau, der vielleicht eine Krönungskirche für Herzog Tassilo III. sein sollte. Dessen hohe politische Ansprüche sind ihm unter Karl dem Großen bekanntlich nicht gut bekommen. Zur Domweihe 774 ließ er die Gebeine des Rupert „nach Hause“ holen, der in Worms gestorben war. Damit war für die Zukunft gesichert, dass wir jedes Jahr um den 24. September den Ruperti-Kirtag feiern dürfen.

Bischof Virgil legte das sogenannte Verbrüderungsbuch von St. Peter an. Aufgrund dessen kennen wir die Namen von Ruperts Nachfolgern, die rein klanglich aus dem Bereich der Floristik stammen könnten: Vitalis, Flobrigis, Anzogolus, … wobei es aber mit dem Wissen über diese Leute schon vorbei ist.

Bereits zur Zeit Karls des Großen wurde Salzburg zur Metropole Bayerns (798) erhoben, welche nun von einem Salzburger Erzbischof angeführt wurde. Salzburg: der Mittelpunkt Bayerns?

Zurückzuführen war die Aktion auf den Salzburger Bischof Arn, der in Rom für König Karl vermittelte. Dies endete bekanntlich mit der Kaiserkrönung. Karl war dafür äußerst dankbar und besuchte daher mit Kind und Kegel das junge Erzbistum. Die damals opulenten Bankette dürften die Grundlage dafür sein, dass angeblich der Peterskeller das älteste Restaurant Europas sei. Wer’s glaubt …

Die aufstrebende Gemeinde bekam dann auch noch von Kaiser Otto III. im Jahre 996 das Markt-, Münz- und Mautrecht verliehen und ungefähr 125 Jahre später kann man in einer Urkunde erstmals einen Stadtrichter namhaft machen.

Als sich Kaiser und Papst in die Haare kamen, weil jeder das Recht für sich beanspruchen wollte, Bischöfe zu ernennen, begann für die Salzburger Kirchenoberen eine Zeit der Prüfung in Sachen Diplomatie. Erzbischof Gebhard hatte einen hohen Posten am Kaiserhof und schlug sich trotzdem auf die Seite von Papst Gregor VII. Um sich gegen Kaiser Heinrich IV. schützen zu können, baute er eine Reihe von Burgen. Eine davon war die Hohensalzburg, erstmals erwähnt im Jahre 1077. In den nächsten 600 Jahren waren Gebhards Nachfolger darum bemüht, die Burg stetig ein wenig wachsen zu lassen, damit wir heute ein echtes Wahrzeichen für unser geliebtes Salzburg haben. Können Sie sich das Stadtbild ohne dieses überdimensionale Bauwerk vorstellen?